Trockene Augen: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Von Andreas Allmoslechner

Trockene Augen sind ein häufiges Problem, das viele Menschen betrifft. Die Symptome können von leichtem Jucken und Brennen bis hin zu Schmerzen und Sehstörungen reichen. Es gibt viele Ursachen für trockene Augen, und in diesem Artikel werden wir einige der häufigsten Ursachen besprechen, Symptome aufzeigen und die Möglichkeiten der Behandlungen erläutern.

Wenn im allgemeinen Sprachgebrauch von trockenem Auge die Rede ist ,wird mehrheitlich ein unangenehme  Trockenheitsgefühl und ein marginal trockenes Auge gemeint. Im medizinischen Bereich spricht man von trockenem Auge als Krankheitsbild was dann auch so eingeordnet wird. Dieses trockene Auge hat dann pathologische Ursachen und auch Folgen, und gehört fachärztlich untersucht und behandelt. Wir behandeln in dem Artikel jene Form von gefühlter Trockenheit welches im englischen als „Dry Eye Syndrom“ bezeichnet wird oder auch als marginal trockenes Auge.

Was versteht man unter trockenen Augen?

Auf der Oberfläche des Auges befindet sich die Tränenflüssigkeit, die durch verschiedene Drüsen vom eigenen Körper produziert wird. Der Tränenfilm besteht aus einer genialen Struktur, die die unterschiedlichsten Aufgaben abdeckt. Er besteht nicht nur aus Wasser, welches durch die Mineralstoffe einen leicht salzigen Geschmack aufweist. Es befinden sich hier Öle und Fette, Vitamine, Proteine, Elektrolyte und Antikörper, was eine geniale Mischung ergibt.

Die Aufgabe der Tränenflüssigkeit

1. Die Oberfläche des Auges feucht halten

Die Aufrechterhaltung der Feuchtigkeit auf der Augenoberfläche ist essenziell für die optische Klarheit und die Gesundheit des Auges. Die Tränenflüssigkeit sorgt dafür, dass die Hornhaut stets gut befeuchtet ist, wodurch Trockenheit und damit verbundene Beschwerden wie das Gefühl von Sand in den Augen vermieden werden.

2. Beseitigungen von Fremdkörpern aus der Umwelt

Das Beseitigen von Ablagerungen und Fremdkörpern aus der Umwelt, das zu Reizungen und Schädigung des Auges führen kann, wird durch den natürlichen Spülmechanismus des Tränenfilms erleichtert. Durch Blinzeln werden diese Partikel ausgewaschen, wodurch das Auge sauber und frei von potenziell schädlichen Stoffen gehalten wird.

3. Schutz vor Infektionen

Der Tränenfilm ist Teil des Immunsystems, das das Auge vor Infektionen schützt. Er enthält antimikrobielle Proteine wie Lysozym, das bakterielle Zellwände angreift und das Wachstum von pathogenen Mikroorganismen hemmt. Dies verhindert die Entstehung von Infektionen und fördert die allgemeine Augengesundheit.

4. Versorgung von Nährstoffen

Ein gesunder Tränenfilm versorgt die Hornhaut mit Nährstoffen und Sauerstoff. Diese essenziellen Komponenten sind für die Zellerneuerung und die Aufrechterhaltung der Transparenz der Hornhaut notwendig. Ohne eine ausreichende Versorgung könnten Hornhautzellen absterben oder dysfunktional werden, was zu Trübungen und Sehstörungen führen kann.

5. Klarheit beim Sehen

Die Oberfläche des Auges wird durch den Tränenfilm geglättet und bietet daher ein klares Sehen, da 80% des ins Auge eintreffenden Lichtes fokussiert werden. Diese glatte Oberfläche ist entscheidend für die optimale Lichtbrechung und sorgt dafür, dass das Bild, das auf der Netzhaut erzeugt wird, klar und deutlich ist.

Defizit im Tränenfilm bei trockenen Augen

Kommt es zu einem Defizit im Tränenfilm, kann dieser seine Aufgaben nur noch eingeschränkt ausführen. Dies führt häufig zu Zuständen wie dem Trockenen Auge, bei dem Betroffene an Augenreizungen, Rötungen und einem ständigen Fremdkörpergefühl leiden. Ein mangelhafter Tränenfilm kann auch die Hornhaut schädigen, da sie nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt wird. Langfristig kann dies zu einer Beeinträchtigung der Sehschärfe führen. Zudem erhöht ein unzureichender Tränenfilm das Risiko für Augeninfektionen, da die natürliche Barrierefunktion gegenüber Mikroorganismen geschwächt ist.

Die 3 Schichten von Tränen erklärt

Das vorhin erwähnte Tränenfilmgemisch besteht grob eingeteilt aus 3 Schichten, die im Einklang zusammenarbeiten sollten. Diese 3 Tränenschichten werden aus unterschiedlichen Drüsen produziert.

1. Mucinschicht

Wird von den Becherzellen der Bindehaut produziert und dient dazu, die darüberliegende wässrige Schicht auf der sonst wasserabweisenden Oberfläche des Auges zu halten.

2. Wässrige Schicht

Nimmt im Normalfall den größten Anteil des Tränenfilms ein. Dies ist die Schicht, die wir eigentlich als Träne bezeichnen. Sie wird von der Tränendrüse produziert. Diesen wässrigen Anteil kann das Auge relativ schnell produzieren und wird zum Beispiel bei Emotionen ausgeschüttet.

3. Fettschicht

Die äußerste Schicht ist die Fettschicht, deren Aufgabe es ist, das Verdunsten der darunterliegenden Schichten von außen zu verhindern. Diese Fett- oder Lipidschicht wird von den Meibomschen Drüsen an der Lidkante produziert.

Bei einem Ungleichgewicht der drei oben beschriebenen Schichten wird der Tränenfilm instabil und reißt auf; die Oberfläche wird trocken. Der Tränenfilm kann seine zuvor beschriebenen Aufgaben nicht mehr erfüllen. Das alles kann dann zu „trockenen Augen“ führen.

6 Symptome bei trockenen Augen

1. Jucken

Jucken ist ein häufiges Symptom bei trockenen Augen. Es entsteht durch die Reizung der Augenoberfläche, die durch unzureichende Befeuchtung verursacht wird. Dieser Mangel an Tränenflüssigkeit führt zu einer erhöhten Reibung, die das unangenehme Jucken auslöst.

2. Brennen

Brennen in den Augen ist ein weiteres Zeichen für trockene Augen. Dieses Gefühl wird oft als stechender oder scharfer Schmerz beschrieben, der durch die Trockenheit und die damit verbundene Reizung der Hornhaut und Bindehaut verursacht wird.

3. Schwere Augen

Schwere Augen treten auf, wenn die Augen durch Überanstrengung oder mangelnde Befeuchtung ermüden. Betroffene fühlen oft eine Last auf ihren Augen, was das Öffnen und Schließen der Augenlider mühsam machen kann.

4. Müde Augen

Müde Augen sind typisch bei trockenen Augen, besonders nach langen Perioden visueller Anstrengung wie Lesen oder Bildschirmarbeit. Die Augen werden schneller ermüdet, was sich durch ein Gefühl der Erschöpfung und manchmal verschwommenes Sehen äußert.

5. Lichtempfindlichkeit

Lichtempfindlichkeit oder Photophobie ist ein häufiges Symptom bei Personen mit trockenen Augen. Die Augen sind empfindlicher gegenüber hellem Licht, was zu Unbehagen und dem Bedürfnis führt, die Augen vor intensivem Licht zu schützen.

6. Stark tränende Augen

Wenn die Muzinschicht oder der Fettfilm gestört sind, kann es zu stark tränenden Augen kommen. So skurril es klingt, ein tränendes Auge ist häufig eine Folge von einem trockenen Auge bzw. einem schlechten Tränenfilm. Das Auge trocknet aus und der Körper produziert, wenn möglich, viel Wasser, das aber nicht auf der Oberfläche hält, wenn eine Muzin-Lipid-Störung vorliegt.

Folgen von trockenen Augen

Rötung der Bindehaut durch Trockenheit

Rötung der Bindehaut ist eine typische Folge von trockenen Augen. Durch die unzureichende Befeuchtung wird die Bindehaut gereizt, was zu einer sichtbaren Rötung führt.

Reizung der Augenschleimhäute bei Trockenheit

Die Reizung der Schleimhäute in den Augen kann durch die ständige Trockenheit und die dadurch verursachte Reibung entstehen. Diese Reizung kann Unbehagen und eine erhöhte Empfindlichkeit hervorrufen.

Erhöhte Empfindlichkeit gegen Umwelteinflüsse

Menschen mit trockenen Augen erfahren oft eine verstärkte Empfindlichkeit gegenüber Umweltfaktoren wie Rauch, trockener Luft und Zugluft. Diese Bedingungen verschärfen die Symptome trockener Augen, da sie die Verdunstung der Tränenflüssigkeit beschleunigen.

Herausforderungen bei der Bildschirmarbeit durch trockene Augen

Das Arbeiten an Computerbildschirmen kann für Personen mit trockenen Augen besonders herausfordernd sein. Die konstante Bildschirmarbeit und die damit verbundene reduzierte Blinzelrate können die Symptome verschlimmern und die Produktivität beeinträchtigen.

Schwierigkeiten beim Tragen von Kontaktlinsen aufgrund trockener Augen

Trockene Augen können das Tragen von Kontaktlinsen erschweren. Die Linsen benötigen eine stetige Feuchtigkeitszufuhr durch die Tränenflüssigkeit, um komfortabel und sicher zu sitzen. Bei unzureichender Tränenproduktion kann das Tragen von Linsen zu Irritationen und Schäden am Auge führen.

Risiko von Augenentzündungen bei gestörter Immunbarriere

Durch die Störung der Immunbarriere bei trockenen Augen können leichter Entzündungen entstehen. Der mangelhafte Tränenfilm kann nicht mehr effektiv vor Infektionen schützen, was das Risiko für Entzündungen erhöht.

Risiko der Hornhauteintrübung durch extreme Trockenheit

Eine massive Austrocknung der Augen kann schwerwiegende Folgen haben, darunter die Eintrübung der Hornhaut. Dies kann das Sehvermögen ernsthaft beeinträchtigen und erfordert medizinische Intervention.

Trockene Augen bei einer Störung des Tränenfilms

Wie nun bereits festgestellt, kommt es zu trockenen Augen, wenn eine Störung des Tränenfilms vorliegt. Eine genaue Diagnose ist entscheidend, um eine wirksame Behandlung einzuleiten und langfristige Schäden zu vermeiden. Mögliche konkrete Ursachen können sein:

  • Ein Problem in der Muzinschicht, also der Produktion des Muzins durch die Becherzellen.
  • Ein Defizit in der wässrigen Schicht, das auf eine Störung der Tränendrüse zurückzuführen ist.
  • Eine Beeinträchtigung durch die Lipidschicht, verursacht durch Probleme bei den Meibomschen Drüsen.

10 mögliche Ursachen für trockene Augen

1. Alterung

Die natürliche Alterung des Körpers kann zu einer Abnahme der Tränenproduktion führen, was zu trockenen Augen führen kann. Frauen in den Wechseljahren sind besonders anfällig für trockene Augen. Die Meibomschen Drüsen werden inaktiver. Das sind die Drüsen, die sich am Lidrand befinden, und das notwendige Fett für den Tränenfilm produzieren. Das ist die hauptsächliche Ursache, dass im Alter sich das Auge trockener anfühlt, oder aber auch sehr stark tränt. es wird nur wässriges Sekret von der Tränendrüse produziert, und bleibt nicht am Auge bestehen, da der Fettanteil fehlt. Man nennt das dann MGD Meibomian Gland Dysfunktion

2. Medikamente

Einige Medikamente, wie Antihistaminika, Antidepressiva und Blutdruckmedikamente, können die Produktion von Tränen reduzieren. Das ist auch die Ursache für einen instabilen Muzinanteil der Tränenflüssigkeit. Häufig sind es auch Hormonmedikamente die dazu führen. Es ist ratsam immer den Beipackzettel von Medikamenten zu lesen, ob hier eine Ursache für trockene Augen gegeben ist. Speziell wenn Medikamente regelmäßig genommen werden.

3. Umweltfaktoren

Rauch, trockene Luft, Wind, Klimaanlage und Luftverschmutzung können die Tränen verdunsten lassen und die Augen austrocknen. Bei der Augenkosmetik ist darauf zu achten, dass sie das Auge nicht reizen. Die Ausgänge der Meibomschen Drüsen sollen nicht durch Kosmetik am Lidrand “ zugeschmiert“ werden

4. Fehlsichtigkeit falsche Korrektur mit Schlechte Brillen und Kontaktlinsen

eine bestehende nicht auskorrigierte Fehlsichtigkeit, falsche Brillenwerte oder Kontaktlinsen führen zu angesträngtem Sehen und ist die Ursache für eine verminderte Lidschlagfrequenz. Zusätzlich kann das tragen einer Kontaktlinse dazu führen, dass die Augen austrocknen, da sie die Tränenflüssigkeit absorbiert, die normalerweise auf der Oberfläche des Auges liegt.

5. Erkrankungen

Erkrankungen wie Rheumatoide Arthritis, Diabetes, Lupus und Sjögren-Syndrom können dazu führen, dass die Augen austrocknen. Sjörgens-Syndrom ist die Ursache für eine Störung der wässrigen Phase des Tränenfilms. Eine okuläres Pemphigoid ist eine krankhafte Schrumpfung der Bindehaut und Ursache für die Störung der Muzinschicht des Tränenfilms.

6. Hormonelle Veränderungen

Schwangerschaft und hormonelle Veränderungen können zu trockenen Augen führen, da sie die Produktion von Tränenflüssigkeit beeinflussen können.

7. Augenchirurgie

Augenchirurgische Maßnahmen, wie zum Beispiel eine LASIK Operation können Nerven durchtrennen und sind folgend die Ursache dass die Sensibilität der Hornhaut verringert ist. Das Signal zur Tränenproduktion ist herabgesetzt was zu trockenen Augen führen kann.

8. Lidrandentzündungen Belpharitis

Blepharitis ist eine häufige und entzündliche Erkrankung der Augenlider, die vor allem den Rand des Lides betrifft, wo die Wimpern wachsen. Diese Entzündung kann verschiedene Ursachen haben, einschließlich bakterieller Infektionen, einer Dysfunktion der Meibomschen Drüsen (die für die Ölproduktion im Auge zuständig sind), oder durch Hauterkrankungen wie Rosazea oder Schuppenflechte. Die häufigste Ursache für Blepharitis ist Demodex-Befall. Haarbalgmilben sind 280 bis 400 Mikrometer lang und leben zwischen den Augenwimpern. Ein übermäßiger Befall führt zu Entzündungen am Auge und zur Beeinträchtigung der Drüsenfunktion an den Lidern.

9. Computerarbeit

CVS, das Computer Vision Syndrom, beschreibt eine Gruppe von Augen- und Sehproblemen, die durch die Bildschirmnutzung bedingt sind. Konzentriertes Arbeiten an einem Computerbildschirm führt zu einer geringeren Lidschlagfrequenz, was die Ursache für eine ungenügende Verteilung der Tränenflüssigkeit am Auge ist. Beim Lidschluss wird zudem das notwendige Lipid aus den Drüsen gepumpt. Inaktive Drüsen verlieren ihre Funktion – „Use it or lose it“ gilt auch hier. Ein verringerter Lidschlag kann letztlich die Ursache für eine Funktionsstörung der Meibomschen Drüsen sein. Die Tränenfilmforschung zeigt, dass im Gegensatz zu früheren Jahren immer mehr junge Menschen, also auch Jugendliche, an trockenen Augen und einem Trockenheitsgefühl leiden.

10. Lidfehlstellungen

Lidfehlstellungen oder nach außen gedrehte Unterlider, Paresen sowie hervortretende Augen, bei denen die Lider nicht geschlossen werden können, führen zu Abtrocknungen am Auge.

12. Unausgewogene Ernährung und schlechte Lebensgewohnheiten

Fettes, salziges oder süßes Essen wirkt sich nicht nur auf die Figur aus, sondern hat auch einen Einfluss auf die Qualität des Tränenfilms. Vitamin- und Vitalstoffmangel stören das Gleichgewicht der besagten Schichten im Tränenfilm. Ein Vitamin-A-Mangel führt zur Abnahme der muzinbildenden Zellen. Stress und Schlafmangel sowie übermäßiger Konsum von Nikotin, Koffein und Alkohol wirken sich auf die Produktion der Drüsen des Tränenfilms aus.

Trockene Augen am Morgen und trockene Morgen am Abend

Der Körper reduziert während der Schlafphase seine Funktionen, einschließlich des Herz-Kreislauf-Systems, der Magen-Darm-Funktion und auch der tränenproduzierenden Drüsen. Wenn wir morgens aufwachen, oft weil der Wecker klingelt, arbeiten die Tränendrüsen nicht sofort auf 100 %. Die Augenlider gleiten über ein relativ trockenes Auge, was die Ursache für ein unangenehmes, leicht kratziges Gefühl am Morgen ist. Am Abend reduziert der Körper seine Funktionen und bereitet sich auf den Schlafmodus vor. Es ist daher nicht ratsam, vor dem Schlafen noch einen Schweinsbraten mit Knödel zu essen. Ebenso ist es nicht sinnvoll, bis kurz vor dem Schlafengehen am Laptop zu arbeiten oder sich hohen Sehanforderungen auszusetzen. Die Produktion der Tränenflüssigkeit geht ebenfalls in Richtung Schlafmodus, und die Blinkfrequenz der Augenlider wird geringer.

Was du gegen trockene Augen tun kannst

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, trockene Augen zu behandeln, abhängig von der Ursache. Es können beispielsweise Tränenersatzmittel verwendet werden, um die Augen feucht zu halten, oder eine Änderung der Arbeitsbedingungen, um das Austrocknen der Augen zu minimieren.

Mögliche Behandlungen für trockene Augen

Um das trockene Auge zu behandeln, muss zuerst die Ursache geklärt werden. In der nachfolgenden Auflistung finden Sie Tipps für mögliche Behandlungen:

1. Augentropfen

Augentropfen als Benetzungsmittel bzw. künstliche Tränenflüssigkeit sollten immer nur schwach konserviert oder konservierungsstofffrei sein. Mehrheitlich finden zur Behandlung jene Tropfen mit Hyaluronsäure ihre Anwendung. Bei geringer Tränenmenge und kratzigem Gefühl am Morgen ist es sinnvoll, gleich morgens einzutropfen, da, wie voran beschrieben, in der Nacht die Funktion der Tränendrüse geringer ist. Die Augenlider gleiten dann weicher über die Augenoberfläche, und ein gleichmäßiger Lidschlagrhythmus beginnt. Gelartige Tropfen verwenden meist einen höheren Anteil von Natriumhyaluronat zur Behandlung. Diese verschmieren mehr, was tagsüber beim Sehen unangenehm sein kann. Augentropfen zur Anwendung bei Pollenallergien zur Reinigung der Augenoberfläche sollten gut spülen und den eigenen Tränenfilm stabilisieren. (Hierbei sprechen wir nicht von antiallergischen Tropfen zur Behandlung einer Pollenallergie.)

2. Augensprays

Augensprays zur Befeuchtung der Augenlider mit Hyaluronsäure und zur Stabilisierung des Tränenfilms. Liposomale Augensprays verbessern den defekten Tränenfilm, der durch Lipidmangel entsteht. Die Behandlung erfolgt durch Besprühen der geschlossenen Augenlider. So gelangen die Liposomen über die Lidkante in den Tränenfilm. Die Stabilisierungszeit wird mit bis zu 4 Stunden angegeben.

3. Augensalben

Augensalben gibt es in verschiedenen Zusammensetzungen und werden mehrheitlich bei Sicca-Syndrom, also bei medizinisch diagnostiziertem trockenen Auge angewandt, zum Beispiel im Rahmen einer fachärztlichen Behandlung, um das Abtrocknen der Hornhaut zu verhindern.

4. Lidrandreinigung

Lidrandentzündungen bzw. Blepharitis sind häufige Ursachen für trockene Augen. Daher ist eine regelmäßige, gründliche Lidrandreinigung wichtig. Die Öffnungen der Meibomschen Drüsenausgänge müssen frei sein, damit das in den Drüsen produzierte Lipid in den Tränenfilm gelangt. Die Behandlung erfolgt mit Wattepads und einer Lidrandreinigungsemulsion. Einzeln verpackte Reinigungspads gibt es für unterschiedliche Anwendungen: zum Entfernen von Kosmetikresten von den Lidrändern, um die Drüsenausgänge der Meibomschen Drüsen freizumachen und die Wimpern zu reinigen. Gelöste Sekrete, Ablagerungen und Keime sollen entfernt werden. Mit dem getränkten Pad streicht man am Oberlid von oben nach unten, beim Unterlid von unten nach oben, anschließend horizontal von außen nach innen. Bei diesen Behandlungen sollten die Kontaktlinsen vorher entfernt werden.

5. Wärmemasken oder Wärmekissen

Bei der Behandlung mit Wärme ist auf eine saubere, hygienische Durchführung zu achten. Im Prinzip kann die Wärmebehandlung mit warmen Kompressen durchgeführt werden. Durch die Erwärmung der Lider wird das Lipid in den Meibomschen Drüsen weicher und verflüssigt sich. Darauffolgend wird mit einer Lidmassage das flüssige Sekret ausmassiert. Das kann mit sauberen Fingern zur Lidöffnung hin erfolgen oder mit einem befeuchteten Wattestäbchen durchgeführt werden. Die Wärme sollte um die 45 °C sein und ca. 5 Minuten andauern. Hierfür eignen sich besonders Wärmegelmasken, die im warmen Wasser oder in der Mikrowelle auf die notwendige Temperatur gebracht werden.

Es gibt auch Masken mit Kirsch-, Traubenkern- oder anderweitigen Füllungen, die Wärme beibehalten und nur langsam abkühlen. Diese werden im Herd oder in der Mikrowelle erwärmt. Auch selbstwärmende Gelmasken werden angeboten. Es gibt auch elektronische Systeme, die aussehen wie Schwimmbrillen und mittels Elektronik erwärmt werden und leichten Druck auf die Lider ausüben, um das Sekret in den Drüsen zu verflüssigen. Die Kissen und Masken sollen nach jeder Anwendung sorgsam gereinigt werden, um eine eventuelle Übertragung von Keimen zu verhindern. Anschließend wäre die oben beschriebene Lidrandreinigung sinnvoll.

6. Lidrandreinigung durch den Spezialisten

BlephEx ist ein Gerät, mit dem der Spezialist die Lidränder mittels einer rotierenden Bürste reinigt.

7. IPL-Behandlung durch den Spezialisten

IPL steht für Intense Pulsed Light Technologie. Seit Jahren wird diese Technologie bereits in der Dermatologie eingesetzt. Bei der Behandlung zur Funktionsverbesserung der Meibomschen Drüsen kommt die IPL-Technologie seit einigen Jahren zum Einsatz. Mit speziellen Xenon-Blitzlichtlampen werden Lichtblitze hoher Energie erzeugt. Die Lichtstimulation in Form von Blitzen findet nicht am Auge statt. Die Augen werden mit Schutzschalen ähnlich Solariumbrillen abgedeckt. Rund ums Auge werden Nerven stimuliert, die die Meibomschen Drüsen innervieren, und somit funktionsfit machen.

8. Umstellung der Ernährung

Der menschliche Körper besteht je nach Informationsquelle zu ca. 65 Prozent aus Wasser. Die täglichen 3 Liter, von denen immer die Rede ist, sollte man aufnehmen. Der Körper versorgt zuerst die lebenserhaltenden Organe mit Flüssigkeit. Ein gut hydrierter Körper funktioniert besser. Frisches Obst und Gemüse enthalten nicht nur Vitamin A, sondern auch eine Reihe anderer Vitamine und Mikronährstoffe. Vitamin B2 (Riboflavin), enthalten in Brokkoli, Avocado und Vollkornprodukten, beeinflusst den Tränenfilm positiv. Mit der grundlegenden Regel: Obst und Gemüse in den Ampelfarben Rot, Gelb, Grün liegt man richtig. Omega-3-Fettsäuren und ausreichend Vitamin D3 verbessern nicht nur die Situation bei Lidrandentzündungen, sondern werden auch zur Behandlung eingesetzt. Sinnvoll ist es, ein Defizit in Form von Nahrungsergänzungsmitteln einzunehmen.

Zusammengefasste Tipps zur Behandlung von trockenen Augen (14 Tage ohne Unterbrechnung)

  • In der Früh nach dem Erwachen: Benetzungstropfen 0,1% – 0,2% Hyaluron verwenden.
  • Das Gesicht kalt waschen: Um die Lymphgefäße zu aktivieren und das System aufzuwecken.
  • Während des Tages: Benetzungstropfen oder Liposomenspray je nach Bedarf verwenden, je nachdem, was sich besser anfühlt.
  • Abends: Wärmebehandlung mit einem Kirschkernkissen oder einer Gelmaske durchführen und anschließend eine Lidrandreinigung vornehmen.

Fachärztliche Untersuchung bei trockenen Augen

In einigen Fällen kann eine Augenuntersuchung durch den Facharzt für Augenheilkunde erforderlich sein, um festzustellen, ob eine zugrunde liegende Erkrankung die Ursache für trockene Augen ist. In jedem Fall ist es wichtig, trockene Augen ernst zu nehmen und eine angemessene Behandlung zu suchen, um Schmerzen und Sehstörungen zu vermeiden.

Disclaimer

Es handelt sich hierbei um keinen medizinischen Rat. Bei Augenbeschwerden wenden Sie sich bitte direkt und unverzüglich an Ihren Augenarzt. Dieser Artikel dient rein zu Informationszwecken und es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Andreas Allmoslechner, Optometrist aus Kitzbühel in Tirol

Über den Autor

Mein Name ist Andreas Allmoslechner. Ich bin gebürtiger Kufsteiner und seit Anfang der 1990er-Jahre in Kitzbühel (Tirol) ansäßig.

Ich bin Augenoptikermeister und Konzessionierter Kontaktlinsenanpasser. Durch eine akademische Weiterbildung zum „Optometristen“ wurde mir der Titel „Master of Science in clinical Optomety “ von der Salus University Pennsylvania (USA, früher Pennsylvania College of Optometry) verliehen. Ich bin Member am British College of Optometrists sowie Fellow der American Academy of Optometry. Einige Jahre war ich in der Adjunct Faculty des PCO und bin Autor zahlreicher Fachpublikationen.

Als Unternehmer bin ich in Kitzbühel seit mehr als 20 Jahren mit meinem Unternehmen „Allmoslechner United Optics“ ansäßig, wo wir im Herzen der Gamsstadt internationale Optometrie und Augenoptik auf höchstem Niveau leben.