OCT Okuläre Kohärenz Tomographie

Von Andreas Allmoslechner

Die okuläre Kohärenztomographie (OCT) ist eine bildgebende Methode, die zur Untersuchung von Geweben und Strukturen im Auge verwendet wird. Sie ermöglicht eine hochauflösende, nicht-invasive Bildgebung im Querschnitt der verschiedenen Schichten des Auges in hoher Auflösung, ähnlich wie bei einer Ultraschalluntersuchung, jedoch mit Licht anstelle von Schallwellen.

Die Funktionsweise des OCT beruht auf dem Prinzip der optischen Kohärenztomographie.

Ein OCT-System sendet Lichtstrahlen in das Auge und erfasst die rückgestreuten Lichtsignale, um Informationen über die optische Kohärenz der Gewebe im Auge zu erhalten. Durch die Analyse der Laufzeit und Intensität des reflektierten Lichts kann das OCT-System hochauflösende Querschnittsbilder der verschiedenen Gewebsschichten im Auge erstellen, einschließlich der Netzhaut, der Hornhaut, des Sehnervs und anderer wichtiger anatomischer Strukturen.

In der Augenheilkunde wird das OCT eingesetzt, um verschiedene Augenerkrankungen zu diagnostizieren, zu überwachen und zu behandeln. Es ist besonders nützlich bei der Diagnose von Netzhauterkrankungen wie altersbedingter Makuladegeneration, diabetischer Retinopathie, Glaukom und anderen Erkrankungen, bei denen eine detaillierte Beurteilung der retinalen Strukturen erforderlich ist. Es ermöglicht auch die Überwachung des Fortschreitens von Augenerkrankungen im Laufe der Zeit und die Bewertung der Wirksamkeit von Behandlungen.

In der Optometrie wird das OCT eingesetzt, um Messungen von Schichten und Strukturdicken durchzuführen.

In Österreich ist das OCT für den Optometristen ein Messgerät und keine Diagnosegerät.

Es werden Messungen des Tränenfilms, der Hornhaut, Bindehaut, der Iris, der Linse und des Augenhintergrund durchgeführt. Dabei werden Schichten und Strukturen, Tiefen und Ausdünnungen, Größen von Ablagerungen sowie Abhebungen und Flüssigkeitseinlagerungen gemessen. Gemessen werden auch Größe und Volumen des Optic Nerv und des Kammerwinkels. Es werden keine Diagnosen gestellt. Diese Auskünfte sind hilfreich für die Anpassung von Kontaktlinsen, Auswahl der richtigen Brillengläsern und vergrößernden Sehhilfen. Es werden keine Diagnosen gestellt. Bei Auffälligkeiten der Messergebnisse überweist der Optometrist den Kunden an den Facharzt für Augenheilkunde.

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Es ist zu beachten, dass die Verwendung von OCT durch Optometristen in verschiedenen Ländern und abhängig von den jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen und dem Umfang der Praxis variiert. In einigen Länder kann ein Optometrist das OCT als Teil der Diagnose und des Managements von Augenerkrankungen in enger Zusammenarbeit mit anderen Augenheilkunde-Spezialisten verwenden.

  1. Diagnose und Überwachung von Netzhauterkrankungen: Mit dem OCT kann ein Optometrist die Netzhaut, einschließlich der Makula, detailliert untersuchen, um Erkrankungen wie altersbedingte Makuladegeneration (AMD), diabetische Retinopathie und andere retinale Erkrankungen zu diagnostizieren und zu überwachen.
  1. Bewertung des Sehnervs bei Verdacht auf Glaukom: Das OCT kann verwendet werden, um den Sehnervenkopf und die retinale Nervenfaserschicht zu bewerten, was hilfreich sein kann, um Anzeichen von Glaukom oder anderen Optikusneuropathien zu erkennen und den Zustand des Sehnervs im Laufe der Zeit zu überwachen.
  1. Beurteilung von Hornhauterkrankungen: Das OCT kann zur Beurteilung von Hornhauterkrankungen wie Keratokonus, Hornhautdystrophien und anderen Hornhautpathologien eingesetzt werden, um die Diagnose und das Management dieser Erkrankungen zu unterstützen.
  1. Bewertung von Augenlidern und Tränenfilm: Das OCT kann zur Beurteilung von Augenlidern und Tränenfilm verwendet werden, um Zustände wie trockenes Auge, Blepharitis und andere Augenlid- oder Tränenfilmprobleme zu identifizieren und zu überwachen.
  2. Präoperative Bewertung für refraktive Chirurgie: Vor refraktiven chirurgischen Engriffen wie LASIK oder Linsenaustausch kann das OCT verwendet werden, um die anatomischen Strukturen des Auges, einschließlich der Hornhautdicke und der vorderen Kammerwinkel, zu bewerten und die Eignung des Patienten für die Operation zu bestimmen.

Das OCT hat sich als wertvolles Werkzeug in Augenheilkunde und Optometrie etabliert. Es dient dazu Messwerte des Auges zu erheben, als auch für die Erstellung von Diagnosen.

Die KI wird auch in der Auswertung der OCT Bilder einen immer höheren Stellenwert einnehmen. KI basierende Augenscreenings für OCT Geräte sind bereits erfolgreich im Einsatz. Ein perfektes Tool für die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Optometristen, Augenärzten und Optikern

Disclaimer

Es handelt sich hierbei um keinen medizinischen Rat. Bei Augenbeschwerden wenden Sie sich bitte direkt und unverzüglich an Ihren Augenarzt. Dieser Artikel dient rein zu Informationszwecken und es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Andreas Allmoslechner, Optometrist aus Kitzbühel in Tirol

Über den Autor

Mein Name ist Andreas Allmoslechner. Ich bin gebürtiger Kufsteiner und seit Anfang der 1990er-Jahre in Kitzbühel (Tirol) ansäßig.

Ich bin Augenoptikermeister und Konzessionierter Kontaktlinsenanpasser. Durch eine akademische Weiterbildung zum „Optometristen“ wurde mir der Titel „Master of Science in clinical Optomety “ von der Salus University Pennsylvania (USA, früher Pennsylvania College of Optometry) verliehen. Ich bin Member am British College of Optometrists sowie Fellow der American Academy of Optometry. Einige Jahre war ich in der Adjunct Faculty des PCO und bin Autor zahlreicher Fachpublikationen.

Als Unternehmer bin ich in Kitzbühel seit mehr als 20 Jahren mit meinem Unternehmen „Allmoslechner United Optics“ ansäßig, wo wir im Herzen der Gamsstadt internationale Optometrie und Augenoptik auf höchstem Niveau leben.